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ENZIAN
Andere Begriffe: Alpenenzian Gentiana-alpina Jänzene Jäuse Bergfieberwurzel Gentiana-lutea Gentian Bitterwurzel Butterwurz Sauwurz
Die blaublühenden Enzianaten sind wohl jedem bekannt. Arzneilich verwendet werden jedoch die unterirdischen Teile des Gelben Enzians, der bis zu einem Meter hoch wachsen kann und große, goldgelbe, in Trugdolden stehende Blüten hat. Heimisch ist die Pflanze in mitteleuropäischen Gebirgsregionen. Sie ist eine typische Gebirgspflanze und wächst daher auf den Bergen der Alpen. Er kommt auch auf den höchsten Bergen des Schwarzwalds und der Vogesen vor.
Enzian ist selten geworden und steht daher auch unter Naturschutz. Inzwischen haben sich die Bestände durch den Schutz aber wieder erholt.
Bereits seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. ist die Wirkung des Gelben Enzians als Stärkungs- und Magenmittel bekannt. Auch heute finden die aus den Enzianwurzeln extrahierten Bitterstoffe als Heilmittel bei Verdauungsstörungen sowie Leber- und Gallenleiden Verwendung, da durch die Bitterstoffe die Bildung der Magensäfte angeregt werden. Die Wirkung ist wohltuend, stärkend, belebend, appetitanregend und Sodbrennen wird gemildert.
Zubereitung von Tee: 1 Teelöffel voll Enzianwurzel mit einer Tasse Wasser kalt ansetzen, etwa 5 Stunden ziehen lassen, abseihen, oder 1 Teelöffel mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Den Tee 30 Minuten vor den Mahlzeiten schluckweise triken.
Enzian wirkt ausserdem leicht abführend und kann dadurch Verstopfungen beheben. Die Volksheilkunde setzt den Enzian auch zur Vorbeugung gegen Erkältungen ein. Er fördert zudem die Menstruation. Früher wurde Enzian auch gegen Ohnmachtsanfälle und kalte Hände und Füsse verwendet. Eine blau-violette Enzianart wird als Bachblüte verwendet: Bachblüte: Gentian
Man kann den Enzian auch als Tinktur einnehmen. Für die Tinktur übergiesst man die kleingeschnittenen Enzianwurzeln mit Doppelkorn oder Weingeist und lässt den Ansatz in einem verschlossenen Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach abseihen und dreimal täglich vor den Mahlzeiten zeh bis zwanzig Tropfen einehmen.
Enzianwurzeln werden aber auch vielfach in Kräuterlikören oder zu Schnaps ("Enzianschnaps") verarbeitet und werden
in Apotheken und Kräuterhandlungen angeboten.
Als Nebenwirkung ist der Enzian jdoch auch kräftigend und stärkt das Kreislaufsystem. Bei zu hohem Blutdruck und auch in der Schwangerschaft sollte man jedoch von der Verwendung des Enzians absehen.
Die Bestände der stattlichen, 50 bis 100 Zentimeter hohen Pflanze sind als Folge von Lebensraumverlust und Übernutzung stark zurückgegangen. Große Mengen von Enzianwurzeln sind im Handel und werden zur Herstellung von Medikamenten und Branntwein verwendet. Der geschätzte jährliche Weltbedarf der Rohdroge liegt bei etwa 6.000 Tonnen frischen Wurzeln.
Bei der Sammlung der Wurzeln wird die gesamte Pflanze zerstört. Deshalb wird seit mehreren Jahren auch der Anbau der Art erforscht und bereits auf kleinen Parzellen von insgesamt etwa 150 Hektar praktiziert. Er könnte eines Tages eine Entlastung der verbliebenen Wild-Populationen bedeuten. Derzeit stammt jedoch der Großteil der Wurzeln immer noch aus Wildsammlung.
WWF und TRAFFIC erarbeiten daher konkrete Konzepte zur nachhaltigen Nutzung des Gelben Enzians und anderer Medizinal-
und Aromapflanzen.
Gentiana acaulis, stängelloser Enzian, Blütenglocken tiefblau, 5 - 6, 10 cm. Wintergrün. Feuchter, kalkhaltiger Boden. Allgemein bekannt, geschützt. Begleitpflanzen Edelweiss, Gräser (Schwingel), Staudenlein. Auch als Sammelbezeichnung für alle Enzianpflanzen mit stängellosen, grossen Trichterblüten gebräuchlich. Deshalb muss beim Kauf nachgefragt werden, ob sie kalkliebend sind oder nicht. Die Hybriden sind in der Regel einfacher zu handhaben. Für absonnigen
Boden. Er braucht humosen Lehm mit Kalkzugabe. Dieser hier ist für feuchten, aber kalhaltigen Boden.
Gentiana acaulis dinarica, der bosnische Enzian, dankbarster und am reichsten blühender stängelloser Enzian, tiefblau, blüht im Frühjahr und Herbst. Langlebig.
Gentiana alpina, Alpenenzian. Die Blüten sind innen grün gefleckt, aussen violettblau, Mai - August, 15 cm, stängellos. Halbschatten. Steingartenpflanze. Wächst in der Natur auf kalkhaltigen Böden.
Gentiana angulosa, weisser 'Schusternagel', selten. Kleinblütig, blau, 4 - 5, 10 cm, robust.
Gentiana asclepiadea, Schwalbenwurzenzian. Blütenglocken dunkelblau 7 - 9, 50 cm. Die Glocken wachsen aus den Blattachseln. Halbschatten. Kalkboden. Der Stand ist etwas feuchter als die anderen. Auch eine weisse Form ist dabei.
Der Enzian ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu sechzig Jahre alt werden kann. Er wächst allerdings auch recht langsam und blüht meistens erst nach zehn Jahren.
Die dicke, ästige Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Besonders massive Exemplare können bis zu vier Kilo wiegen. Aussen sind die Wurzeln braun und innen gelb. Die Wurzeln des giftigen, weissen Germers, dessen Blätter denen des Enzian ähneln, sind deutlich kürzer und innen weiss. Das ermöglicht eine Unterscheidung der beiden Wurzeln. Sobald der Frühling weit genug fortgeschritten ist, dass der Schnee dauerhaft schmilzt, wachsen aus der Wurzel bodennahe Blätter. Die Blätter sind gross und spitz eiförmig. Sie haben mehrere ausgeprägte Nerven, die bogenförmig verlaufen.
Wenn sich der Stengel nach oben streckt, wachsen die Blätter in Etagen gekreuzt gegenständig. Diese Blätter sind nach unten gebogen, sodass sie fast wie Schalen wirken. Ab Juni bis Anfang August blüht der Enzian mit gelben Blüten, die oberhalb der Blätteretagen in dichten Quirlen wachsen.
Die Blüten sind fünfzählig und radförmig. Aus den Blüten entwickeln sich dicke aufrecht stehende Schoten, die kleine Samen enthalten.
Der blaue Enzian, über den Lieder gesungen werden, ist übrigens ein naher Verwandter der gleichen Gattung. Er hat ähnliche Inhaltsstoffe, ist jedoch weniger heilkräftig.
Signatur: (JPH) Webseite Autor-/in
Eintrag vom: 20.01.2007 09:37:14
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