zurück zur Startseite!
MUHKALB
Andere Begriffe: Hilchenhaus Sage Lorch-am-Rhein
Das Muhkalb von Lorch (Sage)
In Lorch spukte schon seit undenklichen Zeite ein Ungeheuer, das Muhkalb. Es hatte glühende Augen, so groß wie Teller, zwei Hörner auf dem Kopf und eine richtige Teufelsfratze. So wird es wenigstens von den damaligen ,,Augenzeugen'' geschildert. Es war ein ausgesprochenes Nachttier, denn noch niemand hatte es bei Tag erblickt. Es schlief nämlich tagsüber und kam nur nachts zu Vorschein.
Leute, ohne Unterschied des Standes, die etwas schlimmes auf dem Kerbholz hatten, schlechte Ehemänner, Geizkragen, Wucherer, Rauf- und Trunkenbilde, oder sonst schlimme Gesellen, auch böse Buben, hatten es besonderst zu fürchten. Insbesonderen aber auch Fremde, die sich in Lorch irgendwie mausig gemacht hatten oder sonst mißliebig waren.
Seit Erbauung des Hilchenhauses hauste das Muhkalb ständig in dem dunklen Toreingang des Hilchenhauses und wohl in dem Heutigen Hilchenkeller. Aus diesem Dunklen Schlund kam es mit furchtbarem Gebrüll heraus und stürzte sich auf sein Opfer. Oft versetzte es dieses nur in Angst und Schrecken. In der Regel aber hagelte es Hiebe, die sich soweit in Ihrer Wirkung steigerten konnten, daß das Opfer am Morgen halbtot aufgefunden wurde. In besonderen schlimmen Fällen sollen die Opfer sogar erschhlagen oder erwürgt aufgefunden worden sein. Doch dies scheint zu den Seltenheiten gehört zu haben.
Offenbar handelte das Muhkalb nicht wahrlos, sondern nach einem gewissen System, oder als Tier - wohl besser gesagt - instinktmäßig. Ein Krämer, der z.B. eine Ware zu teuer verkauft,und wenn es nur einen Albus bei einem lumpigen Herings war, kam mit einem Schrecken und einigen snaften Hiben davon, wärend z.B. ein fremder Weinhändler, der ein schimpfliches Gobot tat und den guten Lorcher Wein vermachte, sich darauf verlassen konnte, das er nichtvon Lorch wegkam, ohne daß ihm das Muhkalbeinen tüchtigen Denkzettel mit auf den Weg gab. In dieser hinsicht wirkte das Muhkalb sozusagen auch auch preisrgulierend.
Ein Geldmann, der zu hohe ,,Prozenetchen'' nahm, verfiel rettungslos dem Muhkalb.
Es war der Feind und Rächer alles Bösen, Polizei, Staatsanwalt, Richter und Nachtwächter zugleich.
Heute scheint das damals schon altersschwache Muhkalb gestorben zu sein, denn man hört nichts mehr davon. Nur wenn die Alten zusammenkommen, erinnern sie sich noch einmal der schönen Zeiten, in denen Lorch noch sein Muhkalb hatte.
(Die ist nur ein Textauszug, die ganze Sage finden Sie in der Chronik der Stadt Lorch)
Signatur: (anonym) Webseite Autor-/in
Eintrag vom: 20.01.2010 21:45:21
Diese Definition bewerten:
Aktuelle Note: 1.25
Schulnote vergeben:
1
2
3
4
5
6