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ORANG-UTAN

Andere Begriffe: Waldmensch Baumsäugetier Menschenaffen WWF Borneo-Orang-Utan Sumatra-Orang-Utan Pongo-abelii Pongo-pygmaeus Orang-Hutan Baumbewohner


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Der Name Orang-Utan stammt von der indonesischen Bezeichnung "Orang Hutan", was so viel bedeutet wie "Waldmensch". Man vermutet, dass die Eingeborenen dem größten Menschenaffen Asiens aufgrund seines menschenähnlichen Aussehens und Gesichtsausdrucks diesen Namen gaben. Daher ist es kaum verwunderlich, dass um diesen Waldmenschen viele Mythen und Legenden entstanden. Von den indonesischen und malaysischen Ureinwohnern stammt die Überlieferung, dass diese Waldbewohner nicht sprechen, damit man sie nicht zur Arbeit zwingen kann.

Die Orang-Utans sind die größten echten Baumsäugetiere und die einzigen heute noch lebenden Großen Menschenaffen in Asien. Heute kommen Orang-Utans, nur noch im Norden Sumatras und auf Borneo vor. Ihre DNA gleicht zu 97% der unseren und es zeigt sich ebenso in ihrer erstaunlichen Intelligenz und einem Verhaltensrepertoire, das soziale und individuelle Fähigkeiten umfasst, die man zuvor nur dem Menschen bzw. den Schimpansen und Bonobos zugestanden hat.

Die meisten Orang-Utans leben in den Tieflandregenwäldern und in den Sümpfen des Flachlands. Im Kinabalu-Nationalpark im malaysischen Bundesstaat Sabah kommen sie auch in Regenwäldern bis zu einer Höhe von 1.4000 Meter vor.

Das Haarkleid der Orang-Utans besteht aus rauem langem Fell, das von orange über braun bis kastanienfarben variiert. Sie verfügen über einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus.

Der Kopfrumpflänge ausgewachsener Tiere beträgt 1,2 bis 1,5 Meter, die Spannweite ihrer Arme beträgt bis zu 2,2 Meter. Mit einem Gewicht von 50 bis 90 kg weden Männchen erheblich schwerer als die Weibchen, die nur 30 bis 50 kg erreichen. (Diese Zahlen beziehen sich auf frei lebende Exemplare, wohlgenährte Tiere in Menschenobhut erreichen bis zu 150 kg.)

Mit ihren ausgeprägten Backenwülsten und ihren langen Bärten sind insbesondere die männlichen Tiere imposante Gestalten. Charakteristisch ist der Kehlsack, mit dessen Hilfe der so genannte "long call" volkaliesiert wird. Mittels dieses eindrucksvollen Rufes können sie sich über eine Distanz von bis zu 1 km bemerkbar machen.

Es existieren zwei Orang-Utan-Arten, der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Der Borneo-Orang-Utan kommt in mehr als 300 genetisch voneinander isolierten Populationen in den beiden malaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah sowie im indonesischen Kalimantan auf der Insel Borneo vor. Orang-Utans leben meist in den Tieflandregenwäldern und in den Sümpfen des Flachlands.

Die Orang-Utans leben im Gegensatz zu ihren afrikanischen Menschenaffenverwandten überwiedend als Einzelgänger. Da dieser Umstand Freilandstudien zusätzlich erschwert, ist über das Verhalten und Leben der Orang-Utans in freier Wildbahn allgemein noch nicht so viel bekannt, wie bei anderen Gattungen. Neuere Studien haben jedoch mittlerweile gezeigt, dass auch Orangs durchaus in Familien oder kleinen sozialen Gruppen leben.

Zur Fortpflanzung kommen Männchen und Weibchen kurz zusammen. Wie viele Tiere in einem Gebiet vorkommen, hängt vom Nahrungsangebot ab und übersteigt nur selten die Dichte von einem Tier pro Quadratkilometer. Auf Borneo wird der Gesamtbestand des Orang-Utans auf 55.000 Tiere geschätzt. Zu Beginn der 1990er Jahre lebten dort noch etwa 150.000 "Waldmenschen".

Die Orang-Utan-Weibchen werden mit 8 Jahren geschlechtsreif und können von da an alle 6-8 Jahre ein einzelnes Jungtier zur Welt bringen.

Die Bindung eines jungen Orang-Utans an seine Mutter ist sehr intensiv, in seinem ersten Lebnsjahr besteht fast ständig Körperkontakt zwischen ihnen. Ähnlich einem Menschenbaby ist der Orang-Utan-Säugling auf Zärtlichkeit und intensive Pflege durch die Mutter angewiesen. Ein junger Orang-Utan muss viel lernen, um im Wald überleben zu können. Daher verbringen die Jungtiere 8 und mehr Jahre mit der Mutter, bis sie die Kunst der Nahrungssuche beherrschen. Sie müssen nicht nur wissen was essbar ist, sondern auch wo un wie man es findet. Auch das Klettern wird den Jungtieren von ihrer Mutter beigebracht. Durch Erfahrung muss erlernt werden, welche Äste und Lianen sich zum Klettern und Hangeln eigenen und bei welchen Absturzgefahr droht.

Orang Uthans sind tagaktive Baumbewohner, die sich unter Benutzung ihrer äußerst beweglichen und kräftigen Arme und Beine sowie der zum Greifen bestens geeigneten Hände und Füße durch die Baumwipfel bewegen. Sie sind nicht ur die größten baumlebenden Säugetiere der Welt, sie unterscheiden sich darin auch von den anderen großen Menschenaffen. Gorillas, Schimpansen und Bonobos erklettern zwar ebenfalls Bäume, wo sie nach Nahrung suchen und ihre Schlafnester bauen, jedoch den größten Teil des Tages verbingen sie auf dem Boden.

Orang-Utans ernähren sich zum Großteil von Früchten, Blätter, Sprossen und Baumrinde. Auch Insekten wie zum Beispiel Termiten und gelegentlich Eier und kleine Wirbeltiere stehen auf dem Speiseplan.

Durch die Verbreitung der Samen verzehrter Früchte ist der Orang-Utan sehr wichtig für die Artenvielfalt des Tropenwaldes, daher wird er als Schlüsselart (Schirmspezies) eingestuft. Das Überleben des Orang-Utans ist damit eng mit dem Überleben des Tropenwaldes verknüpft.

Der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan wird auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN von 2004 als "stark gefährdet" eingestuft und sie gehören zu den 25 am stärksten gefährdeten Affenarten. Der illegale Handel mit Jungtieren, die auf den beiden indonesischen Inseln Java und Bali als Haustiere beliebt sind, ist eine große Bedrohung für das Überleben der Art. Pro Jahr werden im indonesischen Teil Borneos bis zu 1.200 Tiere der Wildnis entnommen. Außerdem haben Holzeinschlag und die Umwandlung von Regenwald in Ackerland und Ölpalmenplantagen in den letzten 30 Jahren dazu geführt, dass die Orang-Utans 80 Prozent ihres Lebensraumes verloren haben. Der Regenwald wurde durch die Abholzung um etwa 60 Prozent verkleinert.

Große Menschenaffen wie der Orang-Utan gehören zu den Leitarten des WWF. Daher hat sich die Umweltstiftung deren weltweite Schutz zum Ziel gesetzt. Der WWF Deutschland engagiert sich seit dem Jahr 2003 verstärkt für den Schutz des Orang-Utans auf Borneo. Gemeinsam mit internationalen und lokalen Partnerorganisationen arbeiten sie dafür, die verbleibenden Wälder dieser Region und ihre charismatischen Baumbewohner langfristig zu erhalten.


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Eintrag vom: 30.12.2006 21:47:26

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