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PISTAZIE
Andere Begriffe: Pistacia Kerman Nussfrucht Minnulara Femminella Cashewnuss Echte-Pistazie Grüne-Mandel
Die Pistazie (Pistacia vera, "Grüne Mandel"), zur Unterseidung von den anderen Arten auch Echte Pistazie genannt, ist die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Die Laubbäume werden bis zu 12 m hoch und bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln der Bäume können sich bis in eine Tiefe von 15 m erstrecken.
Die Früchte bilden sich zu Trauben von 10 bis 25 eng aneinanderliegenden Früchte. Der Aufbau der einzelnen Frucht gleicht der einer Mandel, nur wesentlich kleiner. Im September färbt sich die Haut des Fruchtfleisches rot und der Kern spaltet den vorderen Teil der Schale. Ab diesem Zeitpunkt sind die Pistazien erntereif.
Im September/Oktober beginnt die Erntezeit, je nach Anbauregion. Doch die Erntezeit dauert nur 3 Wochen und man muss sorgfältig vorgehen, damit nicht zu früh oder zu spät geerntet wird und die Pistazien von selbst zu Boden fallen. Das soll wegen einer aufwendigen Reinigung verhindert werden, da sich die Schale bei Ernte von selbst öffnet und den grünen Kern feilegt. Im Unterschied spaltet sich bei anderen Nüssen lediglich die fleischige Hülle und die Nüsse müssen noch geknackt werden.
Aus den USA erreichen uns meist Pistazien aus maschineller Produktion, d.h. die Bäume in den modernen Plantagen werden geschüttelt, gesammelt, gewaschen und heiß getrocknet, geröstet und gesalzen gelangen sie zu uns. Im Orient hingegen wird noch von Hand gepflückt und die Nüsse werden an der Sonne getrocknet. Kühl und trocken gelagert sind sie mehrere Monate lang haltbar, verlieren aber schneller als andere Nüsse an Qualität, da sie schneller ranzig werden.
Pistazien können wie alle Nussfrüchte mit Schimmelpilzen belastet sein, die in den Nüssen giftige Afatoxine produzieren, welche krebserregend wirken. In der Vergangenheit kam es auf Grund der Belastung von Pistazien mit diesem Gift immer wieder zu Warnungen vor bestimmten Produkten und Einfuhrverboten.
Wildwachsend sind Pistazienbäume von Syrien bis Irak, vom Nordost-Iran bis Nord-Afghanistan anzutreffen. Heutzutage werden sie daneben in der Türkei, anderen Mittelmeerstaaten, China und in Kalifornien kultiviert. Der Iran produziert mehr als 50 % der Welt, danach rangieren die Türkei, China, Syrien, Griechenland, Italien (Catania auf Sizilien), Afghanistan und Tunesien. Anbaugebiet in Griechenland ist die Insel Ägina.
Wie bei keiner anderen Nu? ist die Pistazie zum größten Teil mit der Schale erhältlich. Das nicht ohne Grund: die reife, getrocknete Pistazie öffnet bei Reife leicht ihre Schale, wodurch der grüne Kern sichtbar wird. Mit nicht zu ungeschickten Fingernägeln oder einer leeren
Pistazienschale bricht man die Schale in zwei Hälften und legt den genießbaren Teil frei.
Die Pistazie lädt förmlich zum Verzehr ein! Falls noch einige Pistazien aus der Tüte geschlossen sind, kann man dies mit einem gewöhnlichen Nußknacker öffnen. Im Orient und in Südeuropa werden
Pistazien roh geessen, d.h. weder gesalzen noch geröstet. Im Gegensatz zu anderen Nußarten ist sie praktisch das ganze Jahr hindurch erhältlich. Der Geschmack von Pistazien ist süßlich, mandelartig, gleichzeitig kräftig würzig. Weitere Verwendung finden sie in der Süßwarenproduktion (Mozartkugeln, Pralinen), für Speiseeis und in der Wursterzeugung (z. B. Mortadella).
Im Handel werden rundliche und längliche Sorten unterschieden. Eine wichtige, aus dem Iran stammende Sorte, ist die "Kerman". Die besten und teuersten Sorten stammen aus Italien: "Femminella"
und "Minnulara", die für Wurstwaren, Kuchen und Eiscreme verwendet werden.
Die Pistazie wurde schon vor mehreren tausend Jahren so sehr geschätzt, dass sich z. B. die Königin von Saba die gesamte Ernte Assyriens für sich und ihren Hof reservieren ließ.
Signatur: (CZ) Webseite Autor-/in
Eintrag vom: 17.01.2007 19:50:53
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